Ach ja, der Personalarzt …

Dieses Mal war es eine andere Ärztin. Sie hat sich die “zusammenfassende Beurteilung” durchgelesen, mich noch einmal nach aktuellen Symptomen befragt und meinte dann lapidar: Na, das hört sich doch nicht schlecht an. Und eine Garantie gibt es ja eh nirgends. Von mir aus passt das dann so.
*ufff*
Dann habe ich noch etwas unruhig abgewartet, ob einer meiner Vorgesetzten noch irgendwas sagt, bevor die Probezeit um ist, aber dem war nicht so. Sang- und klanglos kam der 1. April und damit mein unbefristeter Vertrag! Danke für alles Mithoffen und -beten!

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mal was anderes: Frohe Ostern!

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Eigentlich ganz gut

das Ergebnis von der MRT-Kontrolle. In der Beurteilung heißt es “keine relevante Größenänderung des ausgedehnt infiltrierenden, vom Sinus cavernosis ausgehenden Meningeoms. Keine neu aufgetretenen Raumfoderungen. …”
Komisch nur, dass im ausführlichen Befund einige Dinge erwähnt werden, die vorher noch nie in einem Befund drinstanden, z. B. “der Clivus auf der linken Seite ist von dem Tumor infiltriert” und “die Hypophyse … ist zum großen Teil nicht mehr von einem Meningeom zu differenzieren …”. Find ich irgendwie komisch und hoffe, ich finde nochmal einen fähigen Radiologen der mir das erklären kann. Im Moment bin ich zufrieden und hoffe, dass mein Arbeitgeber das auch so sieht und sich nichts daran ändert, dass ich ab dem 1.4. eine unbefristete Beschäftigung habe. Ansonsten bin ich natürlich auch dankbar und zufrieden, dass ich weiterhin so gut wie keine Symptome habe.
Ich berichte nächste Woche mal wie der Termin beim Personalarzt gelaufen ist. Danach müsst Ihr Euch für Neuigkeiten wahrscheinlich bzw. hoffentlich ein ganzes Jahr – bis zur nächsten Kontrolle – gedulden. :-)

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Astrozytom III° WHO in meinem Freundeskreis

Plötzlich und unerwartet (wie auch sonst?!) bekomme ich die Nachricht, dass eine Freundin zu Hause nach einer plötzlichen Geschmacksstörung “umgekippt” ist und nicht mehr wusste, wer sie ist … Die Diagnose kam nach Notaufnahme, CT und MRT sehr schnell: Hirntumor. Wenige Tage später OP und die Diagnose Astrozytom III° (es war pfirsichgroß!). Das hat mich sehr beschäftigt, und es beschäftigt mich noch. Viele beten für die Freundin, dass es zumindest noch keine Metastasen gibt, dass die Therapie (leider gibts da wohl wenig Optionen) anschlägt und dass die ganze Familie von Gott getragen wird. Denn nun ist nichts mehr wie vorher …

Da fühle ich mich mit meinem fast “stummen” Meningeom nahezu lächerlich … Obwohl ich heute seit langem wieder Gefühlsstörungen an der Nase und der Augenbraue habe. Werde ich jetzt paranoid?

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1 Jahr und 4 Monate nach der Diagnose

Hallo Fenja – danke der Nachfrage.

Erst mal an alle Leser: ich hoffe, Ihr hattet ein schönes Weihnachtsfest und ich wünsche Euch von ganzem Herzen einen guten Start in ein möglichst gesundes, zufriedenes neues Jahr!

Mir geht’s gut. Das muss ich einfach mal so sagen. Nur ein winziges, eher seltenes Kribbeln an der rechten Hälfte der Unterlippe oder am Kinn erinnert mich noch an Ingo. Die Müdigkeits-Attacken sind seltener, auch die gelegentlichen Kopfschmerzen treten meistens in engem zeitlichen Zusammenhang mit Föhn, Hormonen oder Rotwein auf.

Ende Februar werde ich ein Kontroll-MRT haben. Ich hoffe sehr, dass der Tumor dann auch in der Bildgebung etwas geschrumpft ist, denn ich habe (wie berichtet) einen neuen Job und muss vor Ende der Probezeit (31.3.) meinen aktuellen Befund vorlegen. Dann entscheidet sich, ob ich einen unbefristeten Vertrag bekomme. Bis dahin kann ich also noch nicht wirklich entspannen.

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wie geht’s mir eigentlich?

Es gibt mittlerweile lange Phasen, in denen ich nicht mehr an den Tumor denke.
Vor ungefähr drei Monaten habe ich allerdings angefangen, eine Art “Symptom-Tagebuch” zu führen. Denn, nein, Ingo hat sich leider nicht in Luft aufgelöst. Er ist ja immer noch da und macht sich auch immer wieder bemerkbar. Heute ist zum Beispiel wieder so ein Tag. Rechtsseitige, bohrende oder drückende Kopfschmerzen, die manchmal sogar bis in Jochbein und Kiefergelenk ausstrahlen. Meistens komme ich allerdings ohne Medikamente aus. Vor vier Wochen hat diese Phase aber eine ganze Woche gedauert und da habe ich doch einige Ibus eingeschmissen. Heute hatte ich seit langem auch wieder ein Kribbeln am Kinn. Wieder nur rechts. Tja.
Das Tagebuch habe ich eigentlich angefangen, damit ich objektiv sehen kann, ob es insgesamt weniger wird. Bis jetzt kann ich noch keine wirkliche Tendenz erkennen. Mal ist vier Wochen Ruhe (Hormonzyklus?), dann wieder zwei Wochen lang “Feuer”. Ich bin ja froh, dass der Trigeminus sich nur so zaghaft meldet und ich keine großartigen Gefühlsstörungen oder gar Sehstörungen habe.
Was mir allerdings zu denken gibt, ist, dass ich manchmal ganz üble Müdigkeits-Attacken habe. Kennt das jemand? Ich bin mit dem Auto unterwegs oder auch zu Fuß, habe in der Nacht zuvor ausreichend geschlafen und trotzdem das Gefühl, ich müsste SOFORT auf die nächste Parkbank und schlafen.
Ob das mit der Hypophyse zu tun hat? Oder ist vielleicht einfach meine Schilddrüsen-Medikation nicht richtig eingestellt? Seufz. Ich muss wohl doch mal wieder ein Blutbild machen lassen. Meistens kommt da eh nicht viel bei raus.
In any case – also, wie dem auch sei. Trotz meiner Angst, dass das Meningeom wieder wachsen könnte, habe ich den Schritt gewagt und meinen sicheren Job gekündigt. Am 1. Oktober fange ich die neue Stelle an. Ein auf zwei Jahre befristeter Vertrag (wie heutzutage meistens).
Natürlich frage ich mich: was ist, wenn …???!!!
Aber ich kann und will mich nicht von Ingo beherrschen lassen!
Heute habe ich einen tollen Satz gelesen (es ging um “Gebet”): Erzähl nicht nur Gott, wie groß deine Probleme sind – erzähl deinen Problemen, wie groß dein Gott ist!

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Ein komisches Gefühl bleibt …

nach dem Gespräch mit Dr. Muacevic.
Ich solle nicht so enttäuscht sein; dass der Tumor nicht gewachsen sei, sei auch schon ein Erfolg. Auf meinen Einwurf, dass ich nach der Lektüre der Fallstudien auf der Cyberknife-Homepage einen anderen Eindruck gewonnen hatte (nämlich dass in den meisten Fällen nach 6 Monaten schon deutliche Ergebnisse zu sehen sind), sagte er mir, dass jeder Tumor anders reagiert und diese Art (also der Ingo) oft weniger schnell reagiert. Auf meine Frage, ob dann bei der nächsten MRT-Kontrolle eine Volumenreduzierung zu sehen sein müsste, hat er sich etwas gewunden. Schließlich meinte er, dass wenn man mich und meinen Tumor 10 x klonen würde und 10 x gleich behandeln würde, wären die Verläufe trotzdem immer anders. Manchmal sei auch erst nach 8 Jahren oder später eine Verkleinerung zu beobachten.
Dass ich jetzt immer wieder noch ein Kribbeln etc. spüre sei normal, schließlich befinde sich der Tumor ja in einem hoch sensiblen Gebiet.
Auf meine Frage, was denn sei, wenn die Symptome wieder zunehmen, meinte er, dass ich mich dann sofort melden soll, er rechne aber nicht damit. Ob man ein zweites Mal bestrahlen würde, habe ich dann gar nicht mehr gefragt.
Wiedervorstellung zur Verlaufskontrolle in einem Jahr. Auf Wiedersehen.
Ich soll nicht enttäuscht sein, bin es aber doch irgendwie. Weil bei jedem “elektrischen” Impuls in meinem Gesicht, bei jedem Bohren hinter dem rechten Ohr, bei jeder Hormonschwankung leise leise die Angst da ist.
Ja, ich bin dankbar, dass der Tumor rechtzeitig entdeckt wurde und dass er gutartig ist und dass er im letzten halben Jahr nicht gewachsen ist, ja, ja. Dennoch: ein komisches Gefühl bleibt …

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